Wie schon in den bisherigen Beiträgen meiner Blogserie zur Kooperationsform Social Franchising mehrmals angesprochen, liegen die Grundgedanken des kommerziellen bzw. klassischen Franchising auch der Idee des Social Franchising im Social Business-Sektor zugrunde. Auf erforderliche Anpassungen u.a. ausgehend von unterschiedlichen Zielsetzungen und den konkreten Rahmenbedingungen im Social Business-Segment ist bei der Systementwicklung frühzeitig Bedacht zu nehmen.

Kommerzielles versus Social Franchising

Die beiden ersten WERT & Co. Franchisestudien in den Jahren 2013 und 2014 wurden im kommerziellen bzw. klassischen Franchise-Sektor Österreichs durchgeführt. Ausgewählte Ergebnisse wurden jenen der Onlinebefragung im Rahmen der WERT & Co. Social Franchisestudie 2015 gegenübergestellt.

Die Onlinebefragung 2015 fand im Anschluss an insgesamt 90 Interviews mit ausgewiesenen Experten und Vertretern von Social Franchise- und sonstigen kooperativen sozialen Systemen in Österreich, Deutschland und der Schweiz statt. Der Online-Fragebogen wurde nach vorheriger Abstimmung schließlich an 28 ausgewählte Systemvertreter in Österreich und Deutschland verschickt. Es konnten 17 vollständig ausgefüllte Fragebögen in der anschließenden Analyse berücksichtigt werden.

Das Kooperationsklima in Franchise-Systemen

Mit der WERT & Co. Franchisestudie 2014 wurde das Kooperationsklima in Österreichs kommerziellen Franchise-Systemen sowie die Verbreitung der außergerichtlichen Konfliktlösungsmethode Mediation untersucht.

  • Demnach beurteilen 97% der Franchise-Geber und 86% der Franchise-Nehmer in Österreich das Kooperationsklima in ihren kommerziellen Franchise-Systemen als sehr gut oder gut.
  • Verglichen dazu stellt sich die Situation im Social Franchise-Segment laut Onlinebefragung 2015 ähnlich dar, wobei tendenziell das Kooperationsklima in Deutschland besser eingestuft wird als in Österreich. Dies betrifft auch die bisherigen Erfahrungen in der Kooperation, die in Deutschland tendenziell positiver bewertet sind als in Österreich.

Erfolgsbeitrag von Franchise-Geberleistungen

Nachfolgende Grafik beinhaltet Einschätzungen zur Bedeutung einzelner Franchise-Geberleistungen für den Erfolg der Franchise-Nehmer.

  • Gegenübergestellt sind die Meinungen im Social Franchise-Segment Österreichs und Deutschlands (Ländervergleich Balken rot und grün) sowie jene der Franchise-Geber im kommerziellen Franchise-Segment Österreichs laut WERT & Co. Franchisestudie 2013 (Balken blau).
  • Während in der WERT & Co. Studie 2013 als Markterfolgsgrößen ausschließlich ökonomische Zielgrößen zugrundeliegen, wurde 2015 neben Gewinn vor allem sozialer Nutzen als Erfolgskennzahl definiert, großteils als vorrangige Zielgröße.
  • Die Prozentwerte nachfolgender Grafik spiegeln die Zustimmungswerte (in hohem Maße – eher schon) wider, hier dargestellt in absteigender Reihenfolge auf Basis der Meinungen der Franchise-Geber im kommerziellen Franchise-Segment Österreichs.

 

Top13 Leistungen

 

Bitte lesen Sie im nächsten und vorerst letzten Teil meiner 5er Blogserie zum Social Franchising einige weitere anonymisierte Stellungnahmen aus 90 persönlichen und schriftlichen Interviews im Zuge der WERT & Co. Social Franchisestudie 2015.

Eine Zusammenfassung ausgewählter Ergebnisse der WERT & Co. Franchisestudien 2013 und 2014 stellen wir Ihnen in Form eines 2-seitigen Digitalfolders gerne kostenlos zur Verfügung.

Wenn Sie interessiert sind, aber für den periodischen WERT & Co. Newsletter noch nicht angemeldet sind, kontaktîeren Sie uns bitte unter office@dbg.at, Franchise-Beratung Dr. Erika Bernardi-Glatz, www.dbg.at.