Weitgehende Einigkeit unter den befragten Experten der WERT & Co. Social Franchisestudie 2015 herrscht dahingehend, dass das Social Franchise-Segment ein hohes Entwicklungspotential hat. Die Interviewergebnisse bei den rund 70 Sozialunternehmen zeigen demgegenüber ein uneinheitliches Bild. Berücksichtigt wurden hierbei die Meinungen von (sich teils noch in Planung befindlichen) Franchise- und sonstigen kooperativen Systemen in Österreich und Deutschland, die mit ihren sozialen Projekten insbesondere das Ziel der Steigerung von sozialem Nutzen und Gemeinwohl verfolgen. Die Schwierigkeit der Finanzierung anfänglicher Strukturmaßnahmen, zu denen auch die Entwicklung von Franchise-Vertrag und Franchise-Handbuch zählt, teils auch die Frage der Finanzierung der späteren Systemexpansion, zählen für sie zugleich zu den wesentlichen Gründen, die aus heutiger Sicht die Entwicklung des Social Franchising erschweren.

Nachfolgend habe ich für Sie einige ausgewählte Aussagen und Einschätzungen aus den persönlichen und schriftlichen Interviews zur WERT & Co. Social Franchisestudie zusammengefasst.

  • Experten und Systemvertreter stimmen darin überein, dass eine gute Vernetzung für den Social Franchise-Erfolg wesentlich ist. Die befragten Sozialunternehmen messen allerdings dem Erfahrungsaustausch mit anderen Sozialunternehmen und dem gegenseitigen Know-how-Austausch derzeit einen viel höheren Stellenwert bei als beispielsweise einer Zugehörigkeit zu bereits etablierten Franchise-Netzwerken. Einige der Befragten stimmen jedoch zu, dass mit der Möglichkeit, aus den mittlerweile jahrzehntelangen Erfahrungen im kommerziellen Franchise-Sektor lernen zu können, Kostenvorteile für sie verbunden sein können.
  • Eine der größten Herausforderungen wird in der Skalierung erfolgreicher lokaler Projekte gesehen, ohne dass die Qualität der sozialen Leistung darunter leidet. Die Qualitätslatte in Konzeption und Umsetzung eines Franchise- wie auch jedes anderen Kooperationsmodells ist daher von vornherein sehr hoch zu legen.
  • Einige Systemvertreter wollen sich nicht als Social Franchise-System verstehen, auch wenn sie nach eigener Aussage Merkmale des Franchising umsetzen. Sie sprechen zugleich von einem Akzeptanzproblem im Sozialbereich, das wiederum die Verbreitung des Social Franchise-Gedankens nicht unwesentlich erschwere.
  • Im Wesentlichen herrscht unter allen Befragten Einigkeit darin, dass viele Erfolgsfaktoren im Social Franchising mit jenen im kommerziellen Franchise-Sektor vergleichbar sind. Allen voran gelten ein genügend großer Markt für Dienstleistung & Produkt sowie ein Markt von geeigneten Franchise-Partnern auch für den Social Franchise-Erfolg als vorausgesetzt.
  • Weitgehende Einigkeit unter den Befragten herrscht zudem darin, dass einer der kritischsten Erfolgsfaktoren zugleich ein schwieriges Unterfangen bedeutet: nämlich die Aufstellung von tragfähigen und nachhaltigen Finanzierungen. Nicht nur die erforderlichen Anfangsinvestitionen werden damit angesprochen. Zu einem späteren Zeitpunkt der Partnerschaft wird das Management des Netzwerkes immer wichtiger, auch dafür müssen entsprechende Ressourcen (personell und finanziell) vorhanden sein bzw. erst einmal aufgestellt werden können.
  • Von Beginn an ist zudem zu beachten, dass die zwischenmenschliche Ebene im Social Franchise-Segment noch mehr Gewicht hat, als dies nach Meinung der Befragten schon im kommerziellen Franchise-Sektor der Fall ist.

 

Weitere Ergebnisse der Onlinebefragung der Social Franchisestudie 2015

wurden den Untersuchungsergebnissen der beiden WERT & Co. Franchisestudien im kommerziellen Franchise-Segment Österreichs (2013 und 2014) gegenübergestellt.

Bitte lesen Sie einige daraus gewonnene Vergleichsergebnisse zum Thema ‚Social Franchising versus kommerzielles Franchising‘ in meinen nächsten Blogbeiträgen.

© Franchise-Beratung Dr. Erika Bernardi-Glatz, office@dbg.at, www.dbg.at.

 

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