Social Franchising beschreibt jenes Replizierungs- bzw. Kooperationsmodell, das nach der Idee des kommerziellen Franchising im Sozialbereich zur Umsetzung gelangen kann, wo vordergründig die Ziele Gemeinwohl und sozialer Nutzen verfolgt werden.

Im ersten Teil meiner 5-teiligen Blogserie zum Social Franchising bin ich im Jänner des Jahres bereits auf Ergebnisse unserer WERT & Co. Social Franchisestudie 2015 eingegangen. Im Rahmen dieser Studie ging ich auch der Frage nach, von welchen Größenordnungen wir in Österreich eigentlich sprechen, wenn vom sozialen Sektor die Rede ist.

Wie stellt sich die Landschaft der Sozialeinrichtungen und -Unternehmen in Österreich dar, für die Social Franchising als ein geeigneter Lösungsansatz für eine Verbreitung von erfolgreichen sozialen Projekten in Frage kommen könnte?  

Zur Beantwortung dieser Frage möchte ich eine aktuelle Studie zum Social Business in Österreich zitieren, die im Vorjahr vom Social Entrepreneurship Center der Wirtschaftsuniversität Wien veröffentlicht wurde. Die Autoren diese Studie positionieren Social Business als eine Organisationsform an der Schnittstelle zwischen Markt und Drittem Sektor und sehen darin ein vielversprechendes Konzept, mit dem soziale Ziele einerseits und marktwirtschaftliches Handeln andererseits vereint werden können. Sie betonen, dass dieses Konzept nicht nur in Österreich, sondern auch international zunehmend an Aufmerksamkeit gewinnt. Ihrer Arbeitsdefinition von Social Business legen sie einen Kriterienkatalog zugrunde und trennen hierbei zwischen Muss- und Sollkriterien. Muss-Kriterien gelten demnach als definierende Merkmale von Social Business, Soll-Kriterien reflektieren hingegen Entscheidungsspielräume und Auffassungsunterschiede in der Literatur. Ausgehend davon zählen im Jahr 2015 insgesamt 1200 bis 2000 Organisationen in Österreich zum Social Business. Zukunftsbezogene Schätzungen reichen von etwa 1300 bis 8300 Social Businesses bis zum Jahr 2025, zumindest aber wird von einer Verdoppelung in den nächsten 10 Jahren ausgegangen (vgl. Vandor et al. 2015).

Wie könnte sich der Anteil von Social Franchise-Unternehmen daran künftig darstellen?    

Im Zuge der WERT & Co. Studie wurden Experten und Sozialunternehmen u.a. danach befragt, wie sie die gegenwärtige und künftige Entwicklung des Social Franchising in Österreich einschätzen. Eine der Expertenaussagen dazu lautete, dass es generell keinen Grund gäbe, warum der Anteil des Social Franchise-Sektors am gesamten Social Business-Sektor langfristig gesehen ein wesentlich anderer sein sollte als der Anteil des kommerziellen Franchise-Segments am marktwirtschaftlichen Unternehmenssektor Österreichs.

Bitte lesen Sie dazu und zu weiteren Expertenmeinungen mehr in unserem nächsten Social Franchise-Blogbeitrag 3/5 im April.

Können wir Sie bei Ihren Überlegungen, ob Ihr erfolgreiches soziales Projekt für eine Replizierung mittels Social Franchising in Frage kommt, unterstützen?

Gemeinsam mit der Social Franchise-Expertin Rose Volz-Schmidt, Gründerin und Geschäftsführerin des Social Franchise-Systems wellcome in Deutschland, beraten wir Sie gerne. Bitte richten Sie etwaige Anfragen an office@dbg.at, Franchise-Beratung Dr. Erika Bernardi-Glatz, www.dbg.at.