Für einen Franchise-Geber bedeutet die Expansion mit selbständigen Franchise-Nehmern üblicherweise eine geringere finanzielle Belastung als eine Filialisierung mit unternehmenseigenen Standorten. Nach außen hin soll der Charakter eines Filialnetzes aufgrund des einheitlichen Marktauftritts aller Partner erhalten bleiben.

Franchise-Nehmer profilieren wiederum ihren eigenen Marktauftritt unter dem Mantel einer bekannten Marke und differenzieren sich damit leichter vom breiten Mitbewerb, als ihnen dies als Einzelkämpfer möglich wäre.

Dennoch: Keine Chancen ohne Risiken!

Auch Franchising bietet keine Erfolgsgarantie, Franchise-Erfolg will hart erarbeitet sein.

Oftmals zeigt sich erst zu einem späteren Zeitpunkt der Partnerschaft, dass das Management von selbständigen Partnern mehr Fingerspitzengefühl erfordert als die Führung von angestellten MitarbeiterInnen.

Partizipation der Franchise-Nehmer bei der Konzeptoptimierung und -Umsetzung und zugleich auch deren Einverständnis, auch langfristig nach einheitlichen Systemstandards zu arbeiten, sind für den Systemerfolg als wesentlich anzusehen. Dies zeigt sich oft zu einem späteren Zeitpunkt der Partnerschaft, wo Franchise-Nehmer vielleicht andere Interessen und Bedürfnisse haben, als dies zu Beginn der Zusammenarbeit der Fall war.

Welche Ziele verfolgen Franchise-Geber und Franchise-Nehmer mit einer Mediation?

  • Mediation soll als Konfliktlösungsmethode einen Beitrag leisten, um die Stabilität von Franchise-Beziehungen zu festigen bzw. auch wieder herzustellen.
  • Mittels Mediation soll im Fall einer nicht mehr abzuwendenden vorzeitigen Trennung der Franchise-Partner noch vor oder auch während eines Gerichtsverfahrens ein Vorteil für alle Beteiligten erarbeitet werden.
  • Mit Hilfe eines neutralen Dritten (MediatorIn) sollen die inzwischen zu Konfliktparteien gewordenen Franchise-Systempartner eventuell doch noch zu einer einvernehmlichen Lösung finden.

Mediatoren und Mediatorinnen haben in Konfliktsituationen allparteilich und neutral zu vermitteln.

Sie übernehmen die berühmte Brückenfunktion, die dazu beitragen soll, dass Franchise-Geber und Franchise-Nehmer zur eigenverantwortlichen Systemlösung finden.  Mediation macht vor allem auch dann Sinn, wenn Franchise-Geber und Franchise-Nehmer noch einer außergerichtlichen Klärung ihrer Differenzen den Vorzug geben, um mit ihr als Alternative zum Gerichtsverfahren neben Kosten auch Zeit und Nerven zu sparen.

Mediation und Franchising verfolgen also im Grunde dasselbe Ziel: eine Win-Win-Situation für Franchise-Geber und Franchise-Nehmer zum Vorteil aller Beteiligten.