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Ausgehend vom hohen Stellenwert, der einer richtigen Partnerwahl im Franchising beizumessen ist, sind die Chancen und die Risiken zu betrachten, die sich für eine Entscheidung für oder gegen Franchising als relevant erweisen können.
Prinzipiell können die Vor- und auch die Nachteile, wie sie aus Sicht der Franchise-Geber und Franchise-Nehmer eingeschätzt werden, häufig nur als potentiell angesehen werden, da immer die konkreten und spezifischen Bedingungen zu berücksichtigen sind.
Die wesentlichen absatz- und finanzwirtschaftlichen Vorteile für den Franchise-Geber können sich aus einer rascheren Expansionsmöglichkeit bei gleichzeitig geringeren Personalproblemen ergeben, aus der Risikoaufteilung, einer erleichterten Mittelaufbringung, einer größeren Effizienz, nicht zuletzt aus der Verdichtung des Vertriebsnetzes bei gleichzeitiger Kundennähe vor Ort.
Die Risiken, insbesondere im Vergleich zu einem Filialsystem, ergeben sich vor allem daraus, dass das Finden eines geeigneten Franchise-Nehmers schwieriger sein kann als die Rekrutierung von geeignetem Personal. Ein weiterer Risikoaspekt ist in der generellen Führung eines Franchise-Systems zu suchen, die sich in der Regel schwieriger und aufwendiger gestaltet als die eines Filialsystems. Ein Franchise-Geber wendet sich an zwei Märkte: an den Kunden für sein eigentliches Produkt/ seine Dienstleistung sowie an den Kunden für sein Franchise-Paket (Markt der Franchise-Partner). Davon ausgehend sind sämtliche Strategien und Instrumente optimal abzustimmen und zum Einsatz zu bringen.
Parallel dazu belegen Untersuchungen in den USA sehr deutlich, dass in der zumeist höheren Motivation eines Franchise-Nehmers im Vergleich zu einem Filialleiter zusätzliches Erfolgspotential für das Unternehmen liegt.
Die wesentlichen betriebswirtschaftlichen Vorteile eines Franchise-Nehmers liegen in der Risikoabsicherung, der Selbständigkeit, der Ausbildung, Fortbildung und Unterstützung durch den Franchise-Geber; ebenso ist von Finanzierungsvorteilen bei Übernahme eines fertigen Konzeptes auszugehen. Er muss das Rad nicht neu erfinden und kann sich früher als andere Unternehmensgründer, die kein ausgetestetes Konzept übernehmen, auf den Verkauf bzw. die eigentliche Dienstleistung konzentrieren. Der angesammelte Erfahrungsschatz eines Franchise-Gebers ermöglicht zudem, Fehler zu vermeiden bzw. Franchise-Nehmer davon abzuhalten, die selben Fehler nochmals zu begehen.
Die generellen Risiken eines Franchise-Nehmers liegen erfahrungsgemäß in der Unsicherheit hinsichtlich der Einschätzung der eigenen Interessen und Möglichkeiten, sowie in weiterer Folge im Finden eines geeigneten Franchise-Gebers.